Geschichte

Die Voßgätters Mühle ist eine der ältesten Mühlen des Essener Stadtgebietes. Spätestens seit 1547 diente die Au-Mühle, Möllhovenmühle oder Voßgätters Mühle als eine von zwei Kornmühlen im Wirtschaftsbereich des Oberhofs Borbeck und versorgte maßgeblich die Essener Äbtissinnen mit Roggenmehl. Da die Mühle im 18. und 19. Jahrhundert unter den Folgen des Bergbaus zu leiden hatte, erhielt sie im Jahre 1859 eine 8 PS starke Dampfmaschine. Das heute noch erhaltene Mühlengebäude soll nach Will Richrath um 1900 erbaut worden sein. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde hier hauptsächlich russische Gerste vermahlen. Immer wieder wechselten Pächter und auch Eigentümer. Nachdem Krupp die Mühle seit 1916 besessen hatte, wurde sie dann im Jahre 1928 von der Stadt Essen übernommen. Im Laufe des 20. Jahrhundert wurden zur Mühle gehörende Gebäude gänzlich abgerissen, das Mühlrad und auch die Stauwehre auf beiden Straßenseiten entfernt. Bis 1959 diente sie der Futtermittelherstellung und mahlte Korn, Muschelschalen und Krebse. Seit 1960 wurde die Voßgätters Mühle als Lager- und Verkaufraum, später als Druckerei genutzt. Doch im Jahre 1982 drohte der Abriss auf Grund der geplanten Straßenbegradigung. Engagierte Bürger und die Politik machten sich für den Erhalt der Mühle stark und so fand sie 1983 mit der Naturschutzjugend einen neuen Nutzer.

Historie in Zahlen und Stichworten:

1547 Getreidemühle gehört zum Oberhof Borbeck und wird von Familie Krabbe bis ins 18. Jahrhundert gepachtet

1780 die Mühle ging aus dem Besitz der Äbtissinen durch eine Schenkungsurkunde in das Eigentum der alteingesessenen Borbecker Familie vorm Walde über

1859 erhält die Voßgätters Mühle eine Dampfmaschine von 8 PS, Hersteller Friedrich-Wilhelms-Hütte zu Mülheim an der Ruhr, da der Wehrdruck zu unregelmäßig ist

1894 gepachtet von Ernst Zollikofer

1901 neuer Pächter Heinrich Runte

1909 und 1912 Adressbücher nennen Otto Backhaus als Mühlenbesitzer

1913 Josef Aumüller pachtet die Mühle

1916 Krupp erwirbt die Mühle

1928 Besitzübergang der Stadt Essen

1945 Josef Weber übernimmt die Mühle, Stillstand des Mühlrads

1952 Adressbücher benennen Wilhelm Schäfer als Mühlenpächter

1955 Mühlrad wird abmontiert

1959 Verrohrung des Baches und Entfernen der Stauwehre zu beiden Seiten der Straße

1960-1979 Lager und Verkaufsraum, später Druckerei

1982 Abrissbeschluss wegen Straßenbegradigung

1983 Verpachtung an den Nabu mit Naju als Nutzer, Renovierung durch Naju

1985 Eröffnung des Natur- und Jugendzentrums Voßgätters Mühle

2011 Übernahme der Mühle durch den Trägerverein NABU Natur- und Jugendzentrum Voßgätters Mühle e.V.

        und Beginn der Umbauarbeiten, die durch das schnelle Engagement der Sparkasse Essen, Allbau AG, EABG und NRW Stiftung

        möglich wurden.